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Einer der Megatrends des 21. Jahrhunderts ist Vernetzung. Kaum ein anderes Wort wird unser Sozialgefüge in den nächsten Jahren so drastisch verändern wie dieses.
Jim Robertson, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Inuvik am kanadischen Eismeer, kam in der Nachkriegszeit als "Bay Boy" aus Schottland in den hohen Norden. Als sein Vater daheim starb, dauerte es viele Monate bis Robertson über das nächste Postschiff die traurige Nachricht bekam.
Im Jahre 1973 jobbte einer unserer Kollegen in der Torontoer Universitätsmensa für CDN $1,85 pro Stunde. Ein dreiminütiges Telefonat nach Deutschland zur Weihnachtszeit kostete $5,55. Heute kostet ein Telefonat nach Nordamerika im Festnetz unter 2 Cents pro Minute. Per Email, Messenger oder VoIP kann ein Inuk in Thule kostenlos real-time oder zeitverschoben mit einem Aborigine im australischen Outback kommunizieren.
Vernetzte Rechner sind das Zentralelement dieser Kommunikationsrevolution.
Noch um die Jahrtausendwende waren virtuelle private Netzwerke (VPN) praktisch ausschließlich in großen Konzernen im Einsatz. Heute kann ein VPN zwischen zwei beliebigen Rechnern weltweit für wenige Hundert Euro aufgebaut werden, und die Kosten werden sicherlich noch weiter fallen.
VPN und VoIP sind wie ein Siebenmeilenstiefel, der Entfernungen magisch verschwinden lässt. Urplötzlich ist für einen großen Teil der Wissensarbeiter die Notwendigkeit entfallen, sich täglich an einem zentralen Arbeitsplatz zu versammeln. Die Hindernisse zur komplett virtuellen Welt sind heute nicht mehr technisch, sondern überwiegend psychologisch.
Die potentiellen Auswirkungen sind enorm. Zentrale Bürogebäude können in Luxusapartments verwandelt werden. Der tägliche Berufsverkehr entfällt vielfach mit dramatischen positiven Auswirkungen auf die Umwelt. Frauen müssen nicht mehr zwischen Kids und Karriere wählen. Die Entvölkerung des Landes zugunsten der Städte wird sich umkehren. Betriebe haben Zugriff auf die besten Köpfe für ihr Mitarbeiterteam ohne geographische Grenzen oder Einschränkungen.
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